Der Business Case in Form der Finanzargumentation
Ob ein bestimmtes Engagement in finanzieller Hinsicht sinnvoll ist oder nicht, lässt sich mit Hilfe einer Finanzargumentation ermitteln. Diese Form des Business Case nimmt ausschließlich finanzielle Entscheidungskriterien unter die Lupe und ermöglicht Verantwortlichen auf diese Weise fundierte Investitionsentscheidungen zu treffen.
Die Finanzargumentation ist eine Business-Case-Analyse, die sich mit der finanziellen Rechtfertigung von Investitionsprojekten beschäftigt. Sie gibt zum Beispiel Antworten auf folgende Fragen:
- Werden unsere Mittel mit dem angedachten Software-System am besten verwendet?
- Wird ein zusätzliches Gebäude dazu beitragen, unsere finanzielle Situation zu verbessern?
- Zu welchem Anteil kann sich der vorgeschlagene Sicherheitsdienst selbst tragen?
Die Finanzargumentation unterscheidet sich von anderen Ansätzen des Business Cases durch ihren speziellen Fokus auf finanzielle Entscheidungskriterien. Verantwortliche erhalten mit ihr eine Grundlage, um fundierte Investitionsentscheidungen treffen zu können. Was Aufbau und Vorgehensweise betreffen, gelten für die Finanzargumentation dieselben Regeln wie für jede andere Art von Business Case. Entscheidend sind ein präzises und verständlich dargestelltes Kostenmodell und eine solide Nutzenargumentation. (Im "White Paper „Business Case Essentials“ werden die Anforderungen an einen guten Business Case detailliert beschrieben.)
Welche Kriterien in die Finanzargumentation einfließen, hängt stark von den Zielen und der momentanen Geschäftslage eines Unternehmens ab. Für ein gewinnorientiertes Unternehmen mit ehrgeizigen Wachstumszielen im Verkauf werden andere Kriterien wichtig sein als für gemeinnützige Organisationen oder öffentliche Verwaltungen, die Dienstleistungen auf hohem Niveau anbieten müssen. Ebenso wird ein Unternehmen mit Cashflow-Problemen oder ausgewiesenem Reinverlust in der Gewinn- und Verlustrechnung andere finanzielle Prioritäten setzen als ein Unternehmen, das schwarze Zahlen schreibt.
Ein wichtiger erster Schritt bei der Erstellung einer Finanzargumentation ist damit die Bestimmung jener finanziellen Kriterien, die in der gegenwärtigen Situation für das jeweilige Unternehmen wichtig sind. Je nach Priorität können Entscheidungsträger eine oder mehrere der folgenden Kennzahlen mit in die Finanzargumentation einbeziehen:
- Zukünftiger Netto-Cashflow (Einnahmeüberschussrechnung)
- Kapitalwert des Netto-Cashflow (Diskontierte Cashflow-Analyse)
- Interner Zinsfuß
- Rendite des Investitionsobjektes (ROI)
- Amortisationsdauer
- Gesamtkosten des Projekts
- Gesamte Kapitalkosten des Projekts
- Gesamte Betriebskosten des Projekts
- Kosten einer Einheit (z. B. einer Transaktion, einer Person, eines Arbeitsplatzes, einer bestimmten Aufgabe)
Die oben genannten Kennzahlen lassen sich von den für die kommenden Jahre geschätzten Einnahmeüberschüssen des Projekts ableiten. Dabei führt jede einzelne Kennzahl aufgrund ihrer speziellen Annahmen zu einer anderen Aussage hinsichtlich der Empfehlbarkeit eines Investitionsvorhabens. Praktische Anleitungen zur Erstellung einer Finanzargumentation finden Sie in den kostenlos zugänglichen Veröffentlichungen oder in der neuen Ausgabe unseres Business Case Guides.
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